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Color Grading: Photoshop-Effekte wie aus Hollywood

Kaum ein Kinofilm, der nicht einen besonderen Bildlook zeigt. Eine Mischung aus einer Farb- und Lichtstimmung, die aus der normalen Welt fantastische Szenerien erschafft, die eben nicht alltäglich sind, sondern besonders und im wahrsten Sinne des Wortes: sehenswert. Traditionell ging es bei dieser Technik um die Anpassung der verschiedenen Aufnahmen an einen „gemeinsamen Nenner“, da zu unterschiedlichen Zeiten und Lichtsituationen gedreht wurde, die später nahtlos zusammen passen sollten. Recht schnell setzte sich aber das Color Grading als bewusster Bildeffekt um, der Farbkorrekturen als Stilmittel verwendete. In Photoshop gibt es dazu verschiedene Ansätze, die wir verfolgen wollen.

Farben reduzieren
Dabei kommen Einstellungsebenzum Einsatz, die nicht nur den Vorteil zeigen, dass wir jederzeit die Einstellungen neu justieren können (oder über die Ebenendeckkraft eine zweite Option zur Stärkeregelung haben), sondern auch die Speicherung des Farblooks für spätere Einsätze. Den Anfang macht eine Ebene > Neue Einstellungsebene > Kanalmixer. Aus den Vorgaben wird eine Schwarzweiß-Umsetzung ausgewählt, wobei ihr darauf achtet, dass die Kontraste schön gesteigert werden (Tipp: Orange- oder Rotfilter).

Farbstil umsetzen
Eine Ebene > Neue Einstellungsebene > Farbbalance sorgt nun für den gewünschten Farblook. Wechselt da bei Farbton in die Tiefen und stellt den Regler Cyan/Rot auf -30 bis -50, so dass die Schattenbereiche Türkis erscheinen. Auch bei den Mitteltönen wird Cyan/Rot etwas reduziert (-15). In den Lichtern machen wir praktisch das Gegenteil und erhöhen Cyan/Rot auf +15 und senken Gelb/Blau auf -15 ab. Die Farbbalance sorgt also für ästhetische Farbstiche, die aus einem normalen Foto eine stimmungsvolle Aufnahme erzeugen können.

Color Grading umsetzen
Für das nächste Beispiel setzen wir eine weitere Farbänderung um. Dafür sorgt eine Ebene > Neue Einstellungsebene > Gradationskurven. Die untere, linke Ecke bearbeitet die dunkelsten Stellen im Bild, die obere, rechte Ecke die hellsten. Wird etwa dieser Greifpunkt nach unten gezogen, so werden zunächst die Lichter abgedunkelt. Wird dagegen der Punkt in der unteren, linken Ecke nach oben gezogen, so hellen sich die Schatten auf. Wird die Mitte nach unten gezogen, so wird das Bild dunkler, nach oben dementsprechend heller.

Über einen Klick auf RGB können die einzelnen Kanäle Rot, Grün und Blau aufgerufen werden. Für unseren Bildlook wechseln wir zum Kanal Blau und ziehen da den Greifpunkt der Schatten unten, links soweit nach oben, dass die Schatten bläulich eingefärbt wirken. Der Greifpunkt der oberen Ecke wird nach unten gezogen, um die Highlight gelblich wirken zu lassen. Im grünen Kanal werden nur die Schatten etwas angehoben.

Eine Neue Einstellungsebene > Schwarzweiß mit der Vorgabe „Rotfilter mit hohem Kontrast“ sorgt für nicht nur für Reduzierung der Farben, sondern auch für mehr Tiefe. Die Deckkraft dieser Ebene wird auf 25% reduziert. Es folgt noch eine Neue Einstellungsebene > Tonwertkorrektur, wo bei dem unteren Verlauf der schwarze Regler zur rechten Seite verschoben wird, um die Schatten aufzuhellen.

Color Grading speichern
Wir haben einen Farbstil erzeugt, der auch für den späteren Einsatz abgespeichert werden kann. Dazu gehst du in das Menü auf Datei > Exportieren > Color Lookup-Tabellen. Die Datei erhält einen Namen, Qualität und Format werden eingestellt und über OK bestätigt. Die Datei erhält einen Namen und Speichern schließt den Vorgang ab. Wird nun die Funktion Color Lookup eingesetzt (Bild > Korrekturen > Color Lookup oder Neue Einstellungsebene > Color Lookup), so kann die erstellte Datei leicht geladen werden. Unten, rechts muss nur 3DL, statt Cube ausgewählt werden.

Color Grading-Tipp #3: Stimmung übertragen

Quelle und Ziel
Wir können in Photoshop auch eine Aufnahme als Inspiration nutzen, die schon einen spannenden Bildlook zeigt. Dazu analysieren wir die Farben der Schatten, Mitteltöne und der Highlights. Im vorliegenden Beispiel sind das dunkelblaue Töne in den Schatten und eher gelblich-orangene Töne in den Lichtern.

Verlaufsüberlagerung
Eine Ebene > Neue Einstellungsebene > Verlaufsüberlagerung im Modus Farbe (statt Normal, im Ebenenbedienfeld einzustellen) sorgt für die gewünschte Farbumsetzung. Über Fenster > Anordnen > Nebeneinander sehen wir das Ziel, wie auch die Quelle. Der Verlauf der Verlaufsumsetzung wird angeklickt und über einen Doppelklick die erste Farbunterbrechung aufgerufen. Mit der Pipette nimmst du die gewünschte Farbe auf. Es folgt die zweite Farbunterbrechung, wodurch die Farben für die dunkelsten und hellsten Töne definiert wurden.

Weitere Farben
Weitere Farbunterbrechungen entstehen über einen Klick genau unterhalb des Verlaufes, um etwa die Mitteltöne mit einer bestimmten Farbe aus der Quelle auszustatten. So wird das grundlegende Farbgefühl übertragen. Um weitere Farben wieder sichtbar werden zu lassen, wird die Maske aktiviert und mit dem Pinsel-Werkzeug und schwarzer Vordergrundfarbe bei einer Deckkraft von 20% (für das Werkzeug in der Optionszeile einzustellen!) über das Gesicht und die Hände gemalt. Wer mag, verstärkt noch etwas die Kontraste über eine Neue Einstellungsebene > Helligkeit/Kontrast.

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